Zuschnitt & Bohrung verständlich erklärt

Ein Träger „von der Stange“ ist selten genau die Länge, die ein Projekt braucht. Wenn Sie einen Stahlträger bohren und auf Maß zuschneiden lassen wollen, legen Sie Länge, Endenzuschnitt und Bohrungen im Konfigurator millimetergenau fest. Diese Seite erklärt, was dabei technisch passiert und worauf Sie achten sollten.

Wie der Zuschnitt funktioniert

Die Träger werden auf CNC-Bearbeitungszentren exakt nach Ihren Angaben abgelängt. Die Längentoleranz beim Zuschnitt liegt bei −2,0 mm/+1,0 mm – für die allermeisten Anwendungen im Hoch- und Hallenbau ist das mehr als ausreichend genau. Zu schneiden gibt es IPE-Träger, HEA-, HEB- und HEM-Träger, U-Profile, Winkel sowie Vierkant- und Rechteckrohre – jeweils von 500 mm bis 6.000 mm Länge. Stahlblech brennen wir bis 3.000 mm Länge und 1.500 mm Breite, in Dicken von 5 bis 25 mm; die kleinste Kante beträgt 50 mm. Die für Ihr Bauteil gültigen Grenzen zeigt der Konfigurator direkt bei der Eingabe.

Stahlträger bohren: Bohrungen im 3D-Modell

Position und Durchmesser jeder Bohrung lassen sich im 3D-Vorschau-Tool live prüfen, bevor die Bestellung rausgeht. Das minimiert Fehler, weil Sie das fertige Bauteil bereits am Bildschirm sehen, statt sich Maße nur vorzustellen. Achten Sie darauf, Bohrpositionen mit ausreichendem Randabstand zu wählen – zu nah am Rand oder an einer Kante schwächt das Profil unnötig.

Was ist möglich, was nicht?

  • Endenzuschnitt gerade oder auf Gehrung – je nach Profil
  • Mehrere Bohrungen pro Träger mit individueller Position und Durchmesser
  • Kopf- und Fußplatten sind im Konfigurator nicht wählbar – dafür nutzen Sie die Sonderanfrage
  • Nicht möglich sind nachträgliche Änderungen nach Produktionsstart – prüfen Sie Maße daher sorgfältig im Konfigurator, bevor Sie bestellen

Warum Zuschnitt nach Maß mehr kostet als der reine Kilopreis

Sägezeit, Maschinenlaufzeit und der anfallende Verschnitt sind reale Kosten, die im Bearbeitungspreis stecken. Dafür entfällt bei Ihnen das Ablängen vor Ort mit ungenauem Werkzeug – Sie bekommen ein einbaufertiges Bauteil.

Qualität und Präzision: Toleranzen bei Zuschnitt und Bearbeitung

Damit Ihre Stahlkonstruktion auf der Baustelle passgenau sitzt, verarbeiten wir Trägerprofile auf modernen Säge- und Bohranlagen. Bei der Fertigung halten wir die Vorgaben der DIN EN 1090-2 (Toleranzklasse 1) ein. Wichtig zu wissen: Das Endmaß eines bearbeiteten Trägers setzt sich aus zwei Komponenten zusammen – der Säge- und Bohrtoleranz unserer Bearbeitung und den zulässigen Walztoleranzen des Rohmaterials.

Sägeschnitte und Längentoleranzen

Um Klemmen oder Übermaß beim Einbau auf der Baustelle zu vermeiden, fertigen wir Fixlängen mit einem bewusst knapp gehaltenen Plus-Bereich:

  • Längentoleranz (Zuschnitt): −2,0 mm / +1,0 mm
  • Winkeltreue: Rechtwinklige Schnitte und Gehrungsschnitte mit einer maximalen Winkelabweichung unter 0,2° – das entspricht je nach Profilhöhe etwa 1 bis 2 mm.

Bohrungen und Lochbilder

Für passgenaue Schraubverbindungen bei Kopfplatten, Laschen oder Stoßverbindungen gelten folgende Fertigungsmaße:

  • Lochabstände innerhalb einer Lochgruppe: Mittenabstand von Bohrung zu Bohrung maximal ±1,0 mm
  • Lochdurchmesser: nach DIN EN 1090-2 maximal −0,2 mm / +0,5 mm, damit sich die Schrauben problemlos einsetzen lassen

Walztoleranzen des Vormaterials

Stahlprofile und Blech sind warmgewalzte Bauprodukte. Werkseitige Abweichungen des Rohmaterials sind normativ zulässig und liegen außerhalb des Einflussbereichs unserer Bearbeitung. Je Profilfamilie gilt dabei eine eigene Norm:

  • DIN EN 10034 – I- und H-Profile (IPE, HEA, HEB, HEM)
  • DIN EN 10279 – U-Profile (UNP)
  • DIN EN 10056-2 – Winkelprofile (L)
  • DIN EN 10219-2 – Vierkant- und Rechteckrohre
  • DIN EN 10029 – Blech

In der Praxis betrifft das vor allem:

  • Profilhöhe und Flanschbreite: je nach Profilgröße etwa ±2,0 mm bis ±4,0 mm
  • Steg- und Flanschdicken: fertigungsbedingte Abweichungen im Millimeterbereich
  • Geradheit und Säbeligkeit: geringfügige Krümmungen über die Gesamtlänge des Trägers sind walztechnisch bedingt möglich

Diese Walztoleranzen sind kein Mangel, sondern eine Eigenschaft des Werkstoffs. Verbindlich geregelt ist das in § 7 unserer AGB.

Häufige Fragen

Wie genau ist der Zuschnitt wirklich?

Die Längentoleranz beim Zuschnitt liegt bei −2,0 mm/+1,0 mm, die Winkelabweichung unter 0,2°. Hinzu kommen die normativ zulässigen Walztoleranzen des Rohmaterials, die wir nicht beeinflussen können. Bei besonders engen Toleranzanforderungen sprechen Sie uns vorab an.

Kann ich die Bohrposition nach der Bestellung noch ändern?

Nach Produktionsstart nicht mehr – prüfen Sie die 3D-Vorschau deshalb sorgfältig, bevor Sie den Auftrag abschließen.

Werden auch Gehrungsschnitte angeboten?

Je nach Profil ja – die verfügbaren Optionen sehen Sie direkt im Konfigurator des jeweiligen Produkts.

Jetzt Profil, Länge und Bohrungen im 3D-Konfigurator festlegen: IPE-Träger, HEA-/HEB-/HEM-Träger, U-Profile, Winkel, Rohre oder Blech.

Weiterführende Fachinformationen: bauforumstahl – Normen und Grundlagen